2020-02-02_Dukes 2020 - Ingolstadt Dukes

Direkt zum Seiteninhalt
02. Februar 2020     Dukes haben große Ziele für die neue Saison


Während im Mutterland des American Football die Saison ihrem Ende entgegen geht, laufen in der GFL die Vorbereitungen auf die neue Saison, die für die Dukes am ersten Mai-Wochenende mit dem Gastspiel in Stuttgart beginnt, auf Hochtouren. Wie schon in den vergangenen Jahren wird das Team wieder einen ziemlichen Umbruch erleben. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Dukes – wie schon in ihrer Premieren-Saison in der GFL 1 im Jahre 2017 – den Einzug in die Play-offs schaffen werden. Das zumindest ist das erklärte Ziel von Headcoach Eugen Haaf und seinem Trainer-Stab, in dem personell ebenfalls einiges geändert wurde.

Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang ein „alter Bekannter“, denn mit Frank Roser kommt der Offensive Coordinator zurück, unter dem die Dukes 2017 ein begeisterndes Angriffsspiel aufgezogen haben und über das beste Passteam in Deutschland verfügten.  Er war für zwei Jahre in den USA und Japan tätig, will jetzt aber in der GFL wieder angreifen. Zwar waren etliche Vereine daran interessiert, ihn für sich zu gewinnen, doch letzten Endes entschied er sich dafür, mit den Herzögen einen neuen Anlauf zu nehmen. Ausschlaggebend für seine Wahl waren die Gespräche mit den Coaches und Spielern, die auch schon 2017 in Ingolstadt waren.
Mit Michael Mattingly haben die Dukes auch schon für die Defense einen geeigneten Mann gefunden, der sich in Europa bereits auskennt. Er war bis zuletzt Headcoach der Seinajoki Crocodiles und führte diese innerhalb von zwei Jahren ins Halbfinale der finnischen Liga. Als aktiver Spieler war er für die Tusculum University in der NCAA Division 2 im Einsatz.
Vervollständigt wird die Trainer-Crew durch Ralf Prosiegl, der schon während der vergangenen Saison zum Team stieß und sich um die Wide Receiver kümmern wird, sowie um Christian Rosshirt (Defensive Line), Tristan Müller (Running Backs) und  Eugen Kremser (Offensive Line), der ebenfalls 2017 schon Erfahrungen bei den Dukes sammelte.

Auch auf dem Spielermarkt hat sich schon viel getan, wobei es bei den Importspielern die größten Veränderungen gab. Als erstes war mit dem Quarterback die wichtigste Position im Team neu besetzt worden, weil hier auch der größte Handlungsbedarf bestand. Denn seit dem Karriereende von Rick Webster konnte keiner der danach geholten Spielmacher voll überzeugen.
Mit Chris Forcier soll sich das jetzt ändern. wird in der vierten GFL-Saison als Quarterback den Takt bei den TV-Footballern angeben. Gerade was die Erfahrung bei Forcier angeht, ist Haaf von einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Mann aus San Diego überzeugt: „Er ist jetzt 31 Jahre alt, Webster war auch schon über 30 als er zu uns kam. Und mit seiner Erfahrung hat er uns gewaltig nach vorne gebracht. Das erhoffe ich mir auch von Forcier, er hat das ja schon bei vielen Klubs unter Beweis gestellt.“
Bei den New York Jets und Jacksonville Jaguars war er als „free agent“ auf dem Sprung in die NFL, danach spielte er bei vielen internationalen Teams wie den bei Milano Rhinos in Italien, den Wroclaw Panthers in Polen und den Pardubice Stallions in Tschechien. Seine Qualitäten hatte er zuvor im Team der Furman University gezeigt, wo er etliche Rekorde an seinem College aufgestellt hat. Dort wurde er nicht nur zum MVP, dem wertvollsten Spieler des Footballteams, gewählt, sondern auch zum Sportler des Jahres. Zudem wurde er mehrfach in Auswahlteams seines Landes berufen.

Ebenfalls aus den Staaten kommt der amerikanische Nationalspieler Davarus Shores als Defensive Back an die Donau. Der Athlet aus Dallas/Texas spielte bereits in der kanadischen Football-Liga (CFL), sowie in Deutschland bei  den Wiesbaden Phantoms und den Langenfeld Longhorns. Weitere Erfahrung sammelte er bei den  Kiev Bandits, in Mexiko, Polen und an der Texas A&M University of Commerce. Dazu kommt noch  Linebacker Josh Alaeze aus Baltimore/Maryland, der bereits in Kiel bei den Hurricanes spielte und daher die deutsche Liga kennt.
Mit Simeon Okonta-Wariso gelang den Dukes ein weiterer Coup. Der 24-Jährige spielte zuletzt bei den London Blitz und zuvor an der University of Derby in England. Auch Alpha Jalloh, der 26 jährige Musterathlet aus Sierra Leone, hat inzwischen bei den Herzögen unterschrieben. Der Receiver war in Europa bereits in Frankreich, Finnland und Schweden aktiv, wo er 2018 als wertvollster Spieler (MVP) und als Importspieler des Jahres ausgezeichnet wurde.

Auch beim deutschen Personal haben die Dukes weiter aufgerüstet, zumal sie mit Jose Ricco und Eduard Fütterer (beide zum Vizemeister Schwäbisch Hall Unicorns) und Kyle Barnett (Mad Bulldogs) erste Abgänge zu verzeichnen haben. Sercan Vardar kommt von den Augsburg Raptors, wo der 26-Jährige, der sowohl als Linemen als auch als Defensive End eingesetzt werden kann, mit  26 Quarterbacksacks auf sich aufmerksam machen konnte.
Vom Absteiger Kirchdorf Wildcats kommt mit Alexander Holzinger ein Offensive Liner, auf den die Dukes große Stücke halten. Er hat in den Staaten bereits Erfahrungen bei einem Collegeteam sammeln können. Mit Jan Hochschild kehrt nach einem Jahr Intermezzo bei den Straubing Spiders ein „verlorener Sohn“ zurück. Der 23-Jährige hat seine alte Heimat, die Fans und das Team vermisst und zudem auch die Erstklassigkeit. Mit 632 Yards durch die Luft war er in der abgelaufenen Saison zweitbester Receiver der Spiders.

Damit sind die Personalplanungen sicher noch nicht abgeschlossen, doch das Gerüst steht erst einmal, so dass die Verantwortlichen ihrer vierten Spielzeit in der deutschen Eliteklasse zuversichtlich entgegen sehen. Selbst der sonst eher zurückhaltende Headcoach Eugen Haaf blickt dieses Mal nach oben: „Der Titel ´Nummer 1 in Bayern` ist zu ausgewaschen, das interessiert kaum noch jemand. Deshalb wollen, müssen und werden wir die Play-offs erreichen. Alles andere wäre eine Riesenenttäuschung.“ Wobei er aber keinen Hehl daraus macht, dass dies mit dem traditionsgemäß sehr dünnen Etat extrem schwierig werden wird.

Einen ersten Überblick über die Leistungsstärke gibt es am 18. April, wenn die Dukes bei den Dresden Monarchs ein Testspiel bestreiten. Am 25. April in Ingolstadt (Gegner steht noch nicht fest) gibt es ein zweites Vorbereitungsspiel, ehe es dann am 2. Oder 3. Mai in Stuttgart ernst wird. Am 9. Mai kommt es beim Heimspielauftakt zum Rückspiel gegen die Schwaben. Die weiteren Heimspieltermine der Dukes (Beginn jeweils um 18.30 Uhr im ESV-Stadion): 16. Mai: Schwäbisch Hall Unicorns; 6. Juni: Ravensburg Razorbacks; 13. Juni: Munich Cowboys; 25. Juli: Frankfurt Universe; 8. August: Marburg Mercenaries; 22. August: Allgäu Comets.
Bilder: 201-photography; Manfred Zeitler
Zurück zum Seiteninhalt